Einseitige Schuldzuweisungen sind Ideologie!

Einseitige Schuldzuweisungen sind Ideologie!

Unser Bundestagsabgeordneter Maik Beermann kritisiert die jüngsten Äußérungen der Bundesumweltministerin Schulze in einem deutlichen Statement:

„Bei der kürzlichen Vorstellung des aktuellen Berichtes zur „Lage der Natur in Deutschland“ hat unsere Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) die große Keule herausgeholt und die Schuldigen jeglicher negativer Entwicklung im Naturschutz in Deutschland schnell ausfindig gemacht und erklärt: „Der Treiber hinter dieser Entwcklung ist eindeutig. Es ist die intensive Landwirtschaft“.

Der vorgestellte Bericht intensiviert diese Behauptungen und liest sich wie eine Anklage: Treiber der Veränderungen in der Natur sei eigentlich so ziemlich jede normale Handlung in der konventionellen Landwirtschaft – von der Düngung bis zur Nutzungsaufgabe der Flächen. Die Landwirtschaft kann per se nichts richtig machen, um dort nicht genannt zu werden. Eine Fläche zu nutzen ist schlecht, eine Fläche nicht mehr zu nutzen ebenso.

Neben der Landwirtschaft werden noch Sport und Tourismus, Straßenbau, der Ausbau von Siedlungs- und Gewerbegebiete und der Ausbau von erneuerbaren Energien – hier aber explizit nur die Biogasanlagen – erwähnt. Dass der Landwirtschaft dabei von 1992 bis 2017 fast 1,3 Millionen Hektar weniger Nutzflächen zur Verfügung stehen, während Siedlung und Verkehr 920.000 Hektar mehr in Beschlag genommen haben und 185.000 Hektar zu Wald wurden, spielt dabei für Schulze nichtmal die größte Rolle. Auch nicht, dass der Schaden für Insekten und Vögel durch Windräder bis heute nicht korrekt beziffert werden kann und niemand weiß, ob er signifikant ist oder nicht.

Da zudem für Frau Schulze Naturschutz und die Vermeidung von Pandemien zwei Seiten der selben Medaille sind, ist die deutsche Landwirtschaft in der logischen Konsequenz quasi auch mitverantwortlich für das Zutagetreten des Corona-Viruses zu machen. Das ist natürlich völliger Unsinn und zeigt nur, dass es diesem Bericht an Ideologie nicht mangelt und gleichzeitig die Wissenschaft und belastbare Fakten zu kurz kommen.

Sei es beim sog. „Insektensterben“ oder beim Rückgang der Artenvielfalt in der Tierwelt: Was wir brauchen sind belastbare und vergleichbare Zahlen zu fast jedem Gebiet des Natur- und Artenschutzes. Es muss auch beantwortet – und nicht nur vermutet – werden können, wieso selbst Schutzgebiete nicht in der Lage sind, dem „Insektensterben“ Einhalt zu gebieten, wie es der Entomologische Verein Krefeld nahelegt. Schulzes Bericht gibt sogar hier der Landwirtschaft die Schuld. Auch der vermeintlich willkürliche Umbruch von Grünland existiert so nicht: Grünland kann jeder Landwirt nur mit Genehmigung der Naturschutzbehörde umbrechen und muss an anderer Stelle Ersatz schaffen.

Wir müssen in der gesamten Diskussion um die Entwicklung in unserer Natur offen und ehrlich darüber sprechen, ob wir in Zukunft unsere Nahrung noch in Deutschland produziert sehen möchten und wer geschützte Flächen auch weiterhin pflegen soll, damit sie ihren Zweck dauerhaft erfüllen können. Die Landwirtschaft in Deutschland bringt Lebensmittel mit der besten Qualität hervor und die Landwirte arbeiten seit jeher mit den Vorgaben der Politik. Meine Erfahrung ist, dass die Landwirtschaft gerne bereit ist, mögliche Fehlenentwicklungen gemeinsam anzupacken und auch offen für Veränderungen ist. Die Landwirte lassen sich aber ungern als Sündenbock für eine jahrzehntelang so gewollte Politik missbrauchen, weil der Zeitgeist es so will.Den Rückgang der Artenvielfalt in Deutschland zu stoppen ist defintiv eine gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe von Land – aber auch der Stadt – und gerade unsere gut ausgebildeten Landwirte haben hier jedem Hobbynaturschützer das Know-How und die Technik voraus, dieses auch auf Basis wissenschaftlicher Untersuchungen mit anpacken zu können – auch freiwillig.

Der Feldzug des Umweltministeriums gegen die Landwirtschaft muss daher ein Ende haben! Dass die Rücktrittsrufe kaum noch zu überhören sind, ist kein Zufall: Der Treiber hinter dieser Entwicklung ist eindeutig, es ist Frau Schulze selbst.