Mobilität, die zum ländlichen Raum passt – damals wie heute

14. August 2026

Was können wir von einem Triebwagen aus dem Jahr 1932 für die Mobilität von morgen lernen? Eine ganze Menge, wie sich beim Besuch unseres CDU-Landesvorsitzenden Sebastian Lechner in unserer Region zeigte.

Im Rahmen seiner Sommertour machte Sebastian Lechner am Mittwoch Station in Asendorf. Gemeinsam mit unserem Landratskandidaten Dennis Seebode, unserem heimischen Landtagsabgeordneten und CDU-Kreisvorsitzenden Dr. Frank Schmädeke, dem Diepholzer Landrat Volker Meyer, Dietmar Fischer, Kandidat für das Bürgermeisteramt der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen, Vertreterinnen und Vertretern der CDU aus Bruchhausen-Vilsen und Nienburg sowie Martin Fahrland von der Mittelweser-Touristik ging es von dort auf eine ganz besondere Reise durch ein Stück niedersächsische Verkehrsgeschichte.

Mit dabei waren außerdem Henning Rodekohr und Bettina Knaupe von VILSA. Das Unternehmen ist nicht nur ein wichtiger Arbeitgeber, sondern seit vielen Jahrzehnten eng mit der Region verbunden. Dass bei diesem Termin neben Politik, Kommunen und Tourismus auch die heimische Wirtschaft vertreten war, passte deshalb bestens.

60 Jahre Museumseisenbahn – und eine Geschichte, die bis heute aktuell ist

Ein Anlass für den Besuch war der 60. Geburtstag der Museumseisenbahn Bruchhausen-Vilsen. In Asendorf wurde die Gruppe herzlich vom Vorstand empfangen. Dabei ging es nicht nur um historische Fahrzeuge, sondern auch um die Frage, welche Bedeutung die Kleinbahnen einst für unsere Dörfer hatten.

Denn die Bahn brachte nicht nur Menschen von einem Ort zum anderen. Sie war eine Lebensader des ländlichen Raums. Kohle und Kunstdünger kamen mit ihr in die Dörfer, Kartoffeln, Schweine und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse wurden hinaus transportiert. Sie verband Menschen, Landwirtschaft und Wirtschaft miteinander.

Doch schon damals standen die kleinen Bahnen vor einer Herausforderung, die uns bis heute bekannt vorkommt: Mobilität im ländlichen Raum musste zuverlässig sein – und gleichzeitig wirtschaftlich funktionieren.

Eine Antwort darauf wurde 1932 in Hannover entwickelt. Ein leichter Triebwagen sollte den Personenverkehr auf den Kleinbahnstrecken wirtschaftlicher machen. Zwei Lkw-Antriebe von Ford aus Köln wurden miteinander kombiniert, dazu wurde eigens ein neues Getriebe entwickelt. Heraus kam ein robustes und vergleichsweise sparsames Fahrzeug. Schon ab etwa sechs Fahrgästen rechnete sich sein Einsatz. Der Triebwagen war schneller, konnte häufiger eingesetzt werden und verbesserte damit das Angebot für die Menschen.

Fast 100 Jahre später haben sich Fahrzeuge und Technik grundlegend verändert. Die entscheidenden Fragen aber sind erstaunlich ähnlich geblieben. Wie sichern wir gute Mobilität auch dort, wo weniger Menschen leben? Wie schaffen wir verlässliche Angebote, die gleichzeitig bezahlbar und wirtschaftlich sind? Und wie entwickeln wir Lösungen, die tatsächlich zu den Bedürfnissen unserer Dörfer und Gemeinden passen?

Die Geschichte zeigt: Erfolgreiche Mobilität im ländlichen Raum braucht nicht zwangsläufig die eine große Lösung. Sie braucht Ideenreichtum, Pragmatismus und Angebote, die zu den Bedingungen vor Ort passen.

Mit dem historischen Triebwagen nach Bruchhausen-Vilsen

Natürlich sollte es nicht bei der Theorie bleiben. Gemeinsam ging es im historischen Triebwagen von Asendorf nach Bruchhausen-Vilsen.

Dort stand auch ein Besuch der Werkstatthalle auf dem Programm. Hier zeigte sich, wie viel Fachwissen, Zeit und ehrenamtliche Arbeit notwendig sind, um die historischen Fahrzeuge zu erhalten und betriebsfähig zu halten. Die Museumseisenbahn bewahrt damit nicht nur Technikgeschichte. Sie hält ein Stück regionaler Identität lebendig und ist zugleich ein touristisches Aushängeschild für unsere Region.

Zum 60. Geburtstag gratulieren wir deshalb herzlich und sagen allen, die sich dort haupt- und ehrenamtlich engagieren, Danke für ihren Einsatz.

Vom historischen Bahnhof ins geografische Herz Niedersachsens

Anschließend führte die Sommertour weiter zum geografischen Mittelpunkt Niedersachsens. Schon von Weitem war das Ziel an der gehissten Niedersachsenflagge zu erkennen.

Dort wurden die Gäste bereits von Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer und Hoyerhagens Bürgermeister Carsten Borstelmann als „Hausherrn“ am Mittelpunkt erwartet.

Und weil Niedersachsen sich an diesem Tag von seiner ausgesprochen sommerlichen Seite zeigte, hatten Henning Rodekohr und Bettina Knaupe bestens vorgesorgt. Mit einem VILSA-Getränkewagen sorgten sie für die nötige Erfrischung – bei den hochsommerlichen Temperaturen ein Angebot, das ausgesprochen gerne angenommen wurde.

Am geografischen Herzen unseres Landes blieb anschließend ausreichend Zeit für Gespräche und den Austausch über die Region und die Herausforderungen, vor denen unsere Städte und Gemeinden stehen.

Für uns als CDU-Kreisverband war der Besuch von Sebastian Lechner eine schöne Gelegenheit, unserem Landesvorsitzenden zu zeigen, was unsere Region ausmacht: starke Dörfer und Gemeinden, engagierte Ehrenamtliche, traditionsreiche Unternehmen, touristische Besonderheiten und Menschen, die Verantwortung für ihre Heimat übernehmen.

Und manchmal lohnt sich dabei auch der Blick zurück. Denn die Frage, wie wir unseren ländlichen Raum lebenswert, erreichbar und wirtschaftlich stark halten, ist keineswegs neu. Die Antworten von 1932 können wir nicht einfach übernehmen. Den Mut, neue und pragmatische Lösungen für die jeweiligen Bedingungen vor Ort zu entwickeln, dagegen schon.

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